Der Ritter

Was kann man über den Ritter Ulrich sagen

Ritter Ulrich de Sevigny von Reichenstein ist erstgeborener Sohn des verstorbenen Chevalier Namefehlt de Sevigny und Namefehlt de Sevigny zu Reichenstein, die das Familienlehen derzeit verwaltet.

Im Gegensatz zu seinen beiden jüngeren Brüdern hat es Ulrich weder in ein Kloster noch in den Krieg gezogen, stattdessen trägt er durch sein Wirken als bekannter Turnierritter zum Ansehen seiner Familie bei. Auch wenn der Zweikampf zu Fuß nicht gerade zu seinen Stärken zählt („Irgendeine Disziplin muss ich den anderen ja auch lassen!“), bringen seine zahllosen Siege im Tjost Ansehen, Preisgelder und das Herz von so mancher Dame – von den Mägden ganz zu schweigen!

Zum Glück ist Ritter Ulrich ein ausgemachter Galant, der einer hübschen Gestalt selten widerstehen kann. Seine betörende Singstimme ist fast ebenso gerühmt wie seine Großzügigkeit! Mit beiden Händen verteilt er den Reichtum der Sevignys. Seine Festbankette mit zahllosen Gerichten und einer schier unerschöpflichen Quelle des köstlichen Lutzhofers sind wohl weit über die Grenzen Dascons, ja sogar Lyriens hinaus in aller Munde!

So ist es auch kein Wunder, dass das Gefolge von Ritter Ulrich seinen Herrn aus tiefstem Herzen liebt und verehrt. Niemand jubelt lauter, niemand arbeitet härter, niemand ist treuer als dieser Tross.

Im Allgemeinen setzt sich das Gefolge auf den vielen Turnierreisen des Ritter Ulrich aus ein paar Stammleuten und denjenigen
zusammen, die zum Zeitpunkt der Abreise aus Reichenstein gerade Milizdienst haben – das ergibt letztendlich oft eine bunte Mischung aus Robbenklopper, Jäger, Bauern, Gelehrten, Fischern und was sonst schnell genug zur Stelle ist.

Bisweilen schließen sich auch feine Damen dem durch Ulrich beschützten Gefolge an und der derzeitige Knappe des Herrn Ritter kam aus dem schönen Vigneronne, um zu Füßen des Ulrich de Sevigny zu lernen, wie er ein formidabler Ritter werden kann.

 


Wer ist dieser Ulrich eigentlich

Ulrich erblickte das Licht der Welt an einem sonnigen Sonntag im Jahre 986nHE. in Reichenstein. Sofort wurde er an seine Amme übergeben, denn die Mutter
musste sich wieder dem Instand stellen der alten Burg widmen.
Seine Amme würde wohl sagen, dass er damals schon ein schwieriges Kind war. Als Einjähriger wurde er von etlichen Krankheiten geplagt, und man war sich nicht sicher, ob er es überleben würde. Doch Unkraut vergeht bekanntlich nicht. Ulrich wuchs weiter. Als er eineinhalb Jahre alt war gebar seine Mutter einen zweiten Sohn, Godefroy.

Godefroy wurde nach der Geburt, weil gerade nichts Besseres da war, in grobe Leinen gewickelt. Das war wohl der Ausschlag dafür, dass er sich auch später dem geistlichen Weg zuwandte und grobe Leinen kutten im Kloster Wicken trug. Er wurde Mönch.
Mit drei Jahren bekam Ulrich einen dritten Bruder, Jerome. Dazu aber später.
Als Ulrich alt genug für Schulunterricht war, übernahm Hans-Albrecht von Brunnen, aus dem Nachbarlehen auf dasconischer Seite, seine Ausbildung. Anschliessend, als Ulrich das Pagenalter erreicht hatte, stellte von Brunnen ihn auch gleich als Solchen ein. Ulrich war ein guter Page. Natürlich machte er anfangs viel Unsinn. Auch liess er ab und zu Fremde ins Haus, die von seiner Amme, die immer noch über ihn wachte, vertrieben wurden.
Eines Abend, im Alter von elf Jahren liess er aus Versehen die Koppel offen. Fünf Pferde entflohen. Ulrich wurde äusserst hart getadelt und gelobte jedes Pferd aus eigenem Geld zu ersetzen. Das sollte ihm Später fast das Rittergenick brechen.
Mit vierzehn Jahren erreichte er das Knappen alter und verliess, auf Wunsch seines Vaters, von Brunnen. Er diente fortan Godefroy Dieuleveut. Dieuleveut ist – war ein fahrender Turnierritter, der Ulrichs Vater noch einen Dienst schuldete. Ulrichs Vater übernahm laut eigener Aussage drei Jahre lang dessen Dienst im Krieg gegen die Ismiten, weil er sich im sein altes Lehen kümmern wollte. Aber genauere Details wurden nie bekannt. Ulrich hat aus Respekt gegenüber seinem Vater auch nie weiter nachgefragt.
Mit Godefroy Dieuleveut erlebte Ulrich das blühende Leben. Tagsüber wurde natürlich in allen Tugenden und Pflichten eines Ritters ausgebildet. Ebenso lernte er mit Tieren, Menschen und Waffen umzugehen. Doch sobald die Sonne untergegangen war liess sich Godefroy immer von etlichen Dirnen versorgen. Auch Ulrich ging dabei oft nicht leer aus. Was wohl auch heute noch sein „kleines Laster“ ist. Er wurde auch sehr oft in Schlägereien verwickelt, die von Godefroy im Suff angezettelt wurden. Meist ging Ulrich aufrecht aus solchen Situationen raus und zog seinen Ausbilder hinter sich nach.
Im Alter von zwanzig, kurz vor dem Erlangen seiner Ritterehre, hatte er immer noch das Problem mit den Pferden aus seiner Pagenschaft. Er konnte sich einfach keinen eigenen Harnisch und keine eigenen Waffen leisten, die er für den ritterschlagt benötigte.  In diesem, seinem letzten Jahr Kanppenschaft tat er alles Mögliche um irgendwie an Geld zu kommen. Natürlich tat er dieses immer im Rechten und ritterlichen Tugenden. Leider reichte es hinten und vorne nicht. An seinen einundzwanzigsten Geburtstagen hatte er genügend Geld um entweder seine Schuld bei Hans-Albrecht von Brunnen zu begleichen, oder sich eine Rüstung und einen Wehr für den Ritterschlag zu kaufen. Als er kurz darauf auf dem gräfischen Lehen stand, und von der Gräfin Madelaine de Marsault gefragt wurde wo denn seine Rüstung und sein Schwert wäre antwortete er, dass er seine Schuld der Ritterehre vorziehe. Was für ein Ritter, was für ein Mann wäre er, wenn er die Ehre mit einer offenen Schuld antreten würde.  Die Gräfin senkte daraufhin das Zeremonialschwert und war sichtlich gerührt. Sie beauftragte dem Hauptmann ihrer Garde sofort eine einfache Rüstung und ein simples Schwert zu finden und es Ulrich anzuziehen. Dieser zog vor allen Anwesenden einen einfachen Soldaten aus und half dem alten Knappen in die Rüstung. So erhielt Ulrich fast rechtzeitig seinen Ritterschlag. Diese Rüstung hat er heute noch. Er verwahrt sie in dem Lehen das er von seinem Vater zu seinen fünfundzwanzigsten Geburtstagen übertragen bekommen hat. Reichenstein.
An dem Tag, an dem ihm das Lehen gehörte übernahm er auch dessen Wappen und führte eine Milizarmee ein.

Heute Ist Ulrich einunddreissig Jahre alt und Turnierritter… von Beruf Muttis Sohn.